Mehr als ein guter Mensch
Johannes 10,33.20; 20,28

David R. Reid

© SoundWords, online seit: 27.06.2014, aktualisiert: 10.09.2018

Leitverse: Johannes 10,33; 10,20; 20,28

Joh 10,33: Die Juden antworteten ihm: Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen Lästerung und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst.

Joh 10,20: Viele aber von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen. Was hört ihr ihn?

Joh 20,28: Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

Wenn Jesus nicht mehr als ein guter Mensch war, war Er vielleicht ein Wahnsinniger oder ein schlechter Mensch. Ergibt diese Art von Logik Sinn für Sie? Auch wenn es ketzerisch klingt: Es ist doch irgendwie logisch und ergibt Sinn. Tatsächlich sollten wir Christen als Verteidiger des Glaubens Nichtchristen mit dieser Logik konfrontieren. Nichtchristen behaupten gerne, Jesus sei nur ein guter Mensch gewesen. Wenn es um den Anspruch Jesu geht, dass Er Christus ist, so versuchen einige Menschen, eine mittlere Position einzunehmen. Sie sind bereit, Jesus als einen guten Menschen anzuerkennen. Aber sie haben Zweifel an Jesu Anspruch, Gott zu sein. Diese Menschen sollen erkennen, dass sie diese Position logischerweise so nicht einnehmen können. Entweder Jesus war der, der Er zu sein behauptete, oder Er war überhaupt kein guter Mensch. Falls Er nicht Gott war, hat Er einige Menschen getäuscht oder sich sogar selbst betrogen. Tatsache ist: Wenn Jesus nicht Gott ist, täuscht Er heute immer noch Millionen von Menschen, die ihr Schicksal von Ihm abhängig machen. Aber Jesus ist mehr als ein guter Mann. Er ist der Herr! Er ist nicht nur der Herr aufgrund des christlichen Glaubens, sondern auch aufgrund von Logik. Man kann logisch nachweisen, dass jemand, der über den Anspruch Jesu nachdenkt, als einzige vernünftige Reaktion Jesus als den Herrn anerkennen wird. Jede andere Idee würde bedeuten, dass man seine „Gehirnzellen ausschaltet“ und eine unlogische Entscheidung trifft. Mal sehen, ob wir für diese logische Schlussfolgerung ein solides Fundament schaffen können.

Es gibt nur fünf mögliche rationale Entscheidungen, die eine Person treffen kann, wenn sie mit dem Anspruch Jesu konfrontiert wird. Welche sind es?

  1. Jesus ist nur eine Legende.
  2. Jesus war nur ein großer, menschlicher Führer.
  3. Jesus war ein Lügner.
  4. Jesus war ein Geisteskranker.
  5. Jesus ist der Herr!

Das sind wirklich die einzigen rationalen Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn man das Leben und die Aussagen Jesu untersucht. Wir gehen davon aus, dass Ideen wie, Jesus sei ein außerirdischer Geist oder ein unsichtbares Phantom, keine vernünftigen Alternativen sind. Nun sollen Sie sehen, dass die Idee, dass Jesus der Herr ist, die vernünftigste von allen fünf Möglichkeiten ist. Jesus ist logischerweise der Herr.

1. Jesus ist nur eine Legende

Nur wenige Menschen glauben, dass Jesus von Nazareth nur eine Legende ist. Es gibt einfach zu viele Beweise für seine Existenz in der Geschichte. Die Enzyklopädie Britannica beispielsweise hinterfragt nicht die Existenz Jesu. Diese weit anerkannte Quelle geht von seiner Existenz als historische Person aus. Die Vielzahl an vorhandenen Beweisen macht es unnötig, seine Existenz zu beweisen. Neben dem biblischen Beweis für den historischen Jesus von Nazareth gibt es schriftliche Quellen aus früherer Zeit, sowohl christliche als auch nichtchristliche, die sein Leben und seinen Tod belegen. Obwohl die genauen Daten seiner Geburt und seines Todes unklar sind, gibt es keinen Zweifel an seiner historischen Existenz. Natürlich gibt es immer einige Leute, die all diese Beweise leugnen und weiter daran glauben, dass die Geschichte von Jesus eine Legende ist. Aber was das betrifft, glauben ja auch manche Menschen nicht daran, dass der Holocaust jemals stattgefunden hat, und es gibt immer noch Menschen, die glauben, dass die Erde eine Scheibe ist. Aber solche Schlussfolgerungen basieren auf unwissenden und blinden Annahmen. Die Schlussfolgerung, dass Jesus nur eine Legende ist, ist keine vernünftige Alternative. Der historische Beweis für seine tatsächliche Existenz überwiegt. Für die meisten Nichtchristen ist es kein großes logisches Problem, anzuerkennen, dass Jesus mehr als eine Legende ist. Aber es ist für sie nicht so einfach, die Tatsache zu akzeptieren, dass Jesus behauptete, Gott und der einzige Weg zur Rettung für die Menschheit zu sein. Falls Jesus solche Behauptungen nicht gemacht hätte, dann wäre Er bloß ein großer menschlicher Führer gewesen, der ein Leben in Aufopferung für andere geführt hätte. Und genau diese Position nehmen die meisten Nichtchristen ein. Es ist angenehm für Nichtchristen, mit der Einstellung zu leben, dass Jesus nur ein großer moralischer Führer und ein Vorbild für die Menschheit war. Aber ist diese Position schlüssig? Was zeigt uns die geschichtliche Aufzeichnung?

Die neuere Forschung hat überzeugend festgestellt, dass der ethische Jesus der „alten liberalen“ Schule historisch gesehen unvertretbar ist. Die liberale Theologie führte dazu, dass man einen Christus erfinden konnte, indem man nur die ethischen und guten Taten von Jesus aus dem Neuen Testament heraussuchte. Diese Taten wurden als historische Ereignisse angesehen, der Rest der biblischen Schriften wurde als ein nicht historisch gültiger Zusatz der frühchristlichen Kirche verworfen. Die Zeitspanne zwischen Jesu Leben und den ersten schriftlichen Aufzeichnungen ist relativ kurz, wie neuerdings nachgewiesen wurde. Deshalb ist es unvorstellbar, dass die ersten Christen die Mitmenschen Jesu angeschwindelt haben, indem sie den realen historischen Jesus in den nicht historisch belegbaren Christus umgewandelt haben. Der Christus der frühchristlichen Kirche ist der reale historische Jesus! Der reale historische Jesus hat ganz klar einige radikale Aussagen über sein eigenes göttliches Wesen gemacht zusammen mit seiner ethischen Lehre. Tatsächlich waren seine ethischen Aussagen oft mit dem Anspruch verbunden, der lang erwartete Messias, der Sohn Gottes, also Gott selbst, zu sein. Jesus sagte zum Beispiel in seinen sehr bekannten Seligpreisungen nicht nur: „Glückselig die Armen“, und: „Glückselig die Sanftmütigen“ (Mt 5,3.5). Er sagte auch: „Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen um meinetwillen“ (Mt 5,11). Was für eine egoistische Aussage wäre das, wenn sie nicht von dem Einen käme, der mehr als nur ein guter Mensch war. Jesus ging noch weiter und versprach den Menschen eine Belohnung im Himmel für solch eine Verfolgung (vgl. Mt 5,12)! Welcher große menschliche Führer könnte auf legitime Weise schon so ein Angebot machen? Der Punkt ist hier, dass man nicht einfach die „sanften“ Seligpreisungen als authentische Aussage von Jesus herauspicken kann und die „radikalen“ Seligpreisungen Teilen der frühen Kirche zuordnet.

2. Jesus war nur ein großer, menschlicher Führer

Wenn wir uns weiter die Bergpredigt (Mt 5–7) anschauen, stoßen wir wieder auf ethische Aussagen von Jesus, die untrennbar mit seinem Anspruch auf die Göttlichkeit verbunden sind. Nachdem Er die bekannte Goldene Regel „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch“ genannt hat, sagte Jesus, dass die meisten Menschen einen Weg gehen, der sie selbst zerstört (Mt 7,12.13). Jesus sagte weiter: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr!‘, wird in das Reich der Himmel hineinkommen“ (Mt 7,21). Er geht sogar weiter und verkündigt den Tag des Gerichts, an dem „viele zu mir sagen werden: Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!“ Welcher große menschliche Führer würde es wagen, solche kühnen Behauptungen zu machen? Ein Redner müsste mehr sein als ein guter Mensch, um solche Aussagen von sich zu geben!

Die jüdischen Zuhörer von Jesus wussten genau, dass Er behauptete, mehr zu sein als bloß ein großer moralischer Führer. Sie erhoben keine Steine, um Ihn zu töten, weil Er sagte: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ Er hatte den göttlichen Titel „Ich bin“ für sich selbst beansprucht und Er hatte sich selbst mit dem allmächtigen Gott gleichgestellt (Joh 8,58.59; 10,30.31). Und auch diese Ereignisse kann man nicht einfach aus der Schrift herausreißen und die Behauptung aufstellen, dass die ersten Christen sie hinzugefügt hätten. Es ist unglaubwürdig, dass es sich bei diesen Berichten um Erfindungen der wahren Schrift handelt. Solch eine Verfälschung der Wahrheit würde nicht unbestritten bleiben. In alten jüdischen Schriften werden diese Ereignisse nicht korrigiert. Tatsächlich bezeugen diese Schriften, in denen der jüdische Talmud enthalten ist, ganz klar und deutlich, dass Jesus behauptete, Gott zu sein. Deshalb gibt es keine Grundlage, welcher Art auch immer, für diese Auswahl an Berichten. Nur die ethischen Aussagen von Jesus werden als historisch gültig angesehen. Seine Behauptung, Gott zu sein, wird als eine nicht-historische Erfindung der ersten Christen angesehen. Solch eine Position basiert aber nicht auf einem Beweis, sondern lediglich auf der unbegründeten Annahme, dass Jesus nur unstrittige ethische Aussagen gemacht hat. Der historische Beweis bestärkt zunehmend die Position, dass Jesus auch behauptete, Gott zu sein. Deshalb ist die Position, Jesus sei nur ein großer menschlicher Führer gewesen, logischerweise nicht tragbar. Es ist keine überzeugende Alternative! Echte große menschliche Führer machen keine falschen Behauptungen darüber, Gott zu sein. Auch wenn einige Menschen weiter daran glauben, dass Jesus zwar ein guter Mann, aber nicht Gott war, ist diese Position logisch gesehen unvertretbar.

3. Jesus war ein Lügner

An dieser Stelle erfordert die Logik, dass man sich entscheidet, ob die Behauptung Jesu, Gott zu sein, wahr oder falsch ist. Wenn die Behauptung wahr ist, dann ist die logische Konsequenz klar: Jesus ist Herr. Wenn die Behauptung falsch ist, dann war es eine unverschämte Lüge. Wenn Jesus ein Lügner war, hatten die Juden des 1. Jahrhunderts ein Recht dazu, Jesus wegen Gotteslästerung anzuklagen (Joh 10,33). Dies ist bis heute die offizielle Position des orthodoxen Judentums. Aber einige Menschen würden sagen, dass Jesus nicht absichtlich gelogen hat. Er dachte wirklich, dass Er Gott sei, aber Er habe sich geirrt. Die einzig andere mögliche logische Schlussfolgerung ist, dass Er selbst verblendet war. Falls Jesus die falsche Behauptung gemacht hat, Er sei Gott, dann war Er entweder ein Lügner oder ein Irrer. Dies sind die einzig zwei logischen Möglichkeiten. Falls Er wusste, dass seine Behauptung, Gott zu sein, falsch war, dann war Er ein Lügner. Falls Er es nicht wusste, war Er ein Irrer. Würde man zum Beispiel selbst denken, man sei Gott, obwohl man es nicht ist, ist man doch verrückt!

Einige nichtchristliche Gelehrte haben genau diese Position im Bezug auf Jesus angenommen. Sie erkennen, dass sie aufgrund des historischen Beweises vernünftigerweise nicht zu der Schlussfolgerung kommen dürfen, dass Er nur eine Legende oder nur ein großer menschlicher Führer war, der ethische Aussagen von sich gegeben hat. Sie lehnen es ab, Ihn als Herrn anzuerkennen. Aus diesem Grund bleiben ihnen nur noch die zwei logischen Möglichkeiten übrig, dass Jesus entweder ein Lügner oder Geisteskranker war. Sie erkennen, dass Jesus auf der Basis der historischen Quellen nicht das Verhalten eines Lügners oder eines Geisteskranken aufweist. Aber es gibt für sie keine andere Möglichkeit, außer dass Jesus der Herr ist. Deshalb glauben sie, dass Jesus wirklich dachte, Er sei Gott. Sie glauben, dass Er als enttäuschte und getäuschte Figur gestorben ist, gefangen in einem tragischen Netz von historischen Ereignissen. Einige von diesen ungläubigen Gelehrten sagen, dass Jesus genau am Ende erkannte, dass Er nicht Gott ist. Das sei auch der Grund, warum Er vom Kreuz aus rief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Christen wissen natürlich, dass so ein ehrfurchtsloses Szenario weit weg von der Wahrheit ist. Auch ohne Glauben kann man nachweisen, dass entweder die Position, Jesus war ein Lügner, oder die Position, Jesus war ein Geisteskranker, logisch gesehen unhaltbar ist.

Falls Jesus ein Lügner war, war Er ein sehr ungewöhnlicher Lügner. Lügner weisen ein ganz bestimmtes Muster auf, das vorhersehbar ist, besonders dann, wenn sie sich selbst schützen. Generell halten sie nicht an ihrer eignen Geschichte fest, wenn sie vor einer römischen Kreuzigung stehen! Einige Menschen starben mutig für eine Lüge. Aber sie dachten zumindest, dass es die Wahrheit ist. Falls Jesus ein Lügner war, litt Er einen äußerst schmerzvollen Tod für etwas, wovon Er wusste, dass es eine Lüge ist. Außerdem haben gewöhnliche Lügner neben ihrem Lügen typischerweise noch andere Charaktermängel. Sie besitzen nicht die Würde und Autorität, die die historischen Aufzeichnungen Jesus von Nazareth zuordnen. Lügner neigen dazu, egoistisch zu sein, und wollen die „Nummer Eins“ sein. Jesus von Nazareth war selbstlos und diente stets anderen. Logischerweise kann Jesus also auch kein Lügner sein.

4. Jesus war ein Geisteskranker

Im Bezug auf die Verblendung von Jesus kann man das gleiche Grundargument verwenden. Geisteskranke weisen typischerweise eine gestörte Persönlichkeit und ein abnormales Verhalten auf. Einige kranke Menschen dachten, sie seien Gott. Bei ihnen konnte man aber ein unausgeglichenes und sogar ein schizophrenes Verhaltensmuster feststellen. Jesus war immer beherrscht und hatte die Kontrolle über sich. Obwohl einige Juden dachten, dass Jesus verrückt sei, und seine radikalen Aussagen und großen Werke sogar Dämonen zuordneten, erkannten andere, dass der Charakter von Jesus kaum der Charakter eines Geisteskranken sein konnte (Joh 10,19-21). Außerdem hielten die Menschen Distanz zu Geisteskranken. Jesus hingegen folgte eine große Anzahl von Menschen. Sogar kleine Kinder wurden von Ihm angezogen. Die gleichbleibende Gesinnung und ausgeglichene Persönlichkeit von Jesus waren ganz sicher nicht die Eigenschaften einer kranken Person. Es gibt logisch gesehen keinen Weg, Jesus für einen Geisteskranken zu halten.

5. Jesus ist der Herr!

Falls die logische Untersuchung des Beweises die Schlussfolgerung einer Legende, eines Führers, Lügners oder Geisteskranken nicht zulässt, bleibt nur noch eine Option offen: Jesus Christus sagte die Wahrheit, als Er behauptete, Gott zu sein. Er ist der Herr. Der historische Beweis, der sein Leben betrifft, bestärkt ganz klar seine Behauptung, Gott zu sein. Jesus Christus ist also logischerweise der Herr! An dieser Stelle muss man eine endgültige Entscheidung treffen. Man kann Jesus Christus als Herrn annehmen oder ablehnen. Auch nachdem einige von der Logik, dass Er der Herr ist, überzeugt sind, weigern sie sich, Jesus als Herrn anzunehmen. Wie viel besser ist es doch, mit gesundem Verstand und mit Thomas (Joh 20,28) einstimmig zu sagen, dass Jesus „mein Herr und mein Gott ist“.


Originaltitel: „More Than a Good Man“
www.growingchristians.org

Übersetzung: Sabine Krestel

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